Mittwoch, 3. Februar 2016

Kulinarischer Geheimtipp: Ein winterlicher Kurzurlaub in Riga

Hey, da bin ich wieder - endlich wieder soweit auf den Beinen und wieder motiviert, mich hier auf dem Blog und natürlich auch in meiner Küche ein bisschen auszutoben! Bevor ich aber neue Rezepte für euch habe (denn in der letzten Zeit, in der ich mich erholt habe, wurden hier vor allem altbewährte, unkomplizierte Klassiker gekocht), müssen wir uns anderweitig die Zeit vertreiben. Wie gut, dass ich da noch einen kulinarischen Reisebericht auf Lager habe! Denn wir haben es uns über den Jahreswechsel für einige Tage in der lettischen Hauptstadt Riga gut gehen lassen und dabei ausschließlich ganz wunderbar gegessen.

Liebevoll restaurierte Häuser in Rigas Altstadt

Dabei waren wir eher zufällig zu Riga als Reiseziel gekommen, denn wir hatten für den Silvesterurlaub ein sogenanntes Blindbooking-Angebot gebucht, d.h. einen Städtetrip, bei dem man bei der Buchung noch nicht weiß, in welche Stadt man reisen wird. Es gibt in der Regel einen Pool von Städten (in unserem Fall fünf), und wenn man sich mit allen Städten im Zweifelsfall anfreunden könnte, steht der Reisebuchung mit Nervenkitzel nichts mehr im Wege ;-) Der Vorteil: Da die Reiseveranstalter so flexibler über freie Kontingente verfügen können, reist man vergleichsweise günstig, auch zu einem von Natur aus "teuren" Reisezeitraum wie etwa über den Jahreswechsel. Man muss jedoch in Kauf nehmen, dass man weder das Reiseziel, noch die Airline, die Flugzeiten oder das Hotel selbst aussuchen kann.

Der Rigenser Dom wacht über allem...

In unserem Fall bekamen wir bereits Anfang November (ca. zwei Wochen nach der Buchung und damit relativ zeitig) die von mir schon heiß ersehnte E-Mail, in der das Geheimnis unseres Reiseziels gelüftet wurde. Als wir den Anhang öffneten und das Wort "Riga" lasen, haben wir uns sehr gefreut, denn es war die einzige Stadt im Pool unseres Blindbooking-Angebots, in der keiner von uns beiden schon einmal gewesen war - ein unbeschriebenes Blatt also :-) Auch unsere Flugzeiten und das Hotel machten einen vernünftigen Eindruck, man kann also sagen, dass unser erstes Blindbooking durchaus erfolgreich verlaufen ist! Und so hieß es für uns am Vormittag des Silvestertages: Auf in den (mittelhohen) Norden!

Klirrende Kälte im Kronvaldspark

Als hier kurz nach Weihnachten noch warmes, fast frühlingshaftes Wetter herrschte, war es in Riga bereits deutlich winterlicher - wohlweislich waren wir einige Tage vorher noch shoppen und haben uns mit warmen Klamotten, gefütterten Schuhen, dicken Socken, und, ja, auch langer Unterwäsche eingedeckt... bloß gut! Am Ankunftstag erwarteten uns strahlend blauer Himmel, noch relativ "angenehme" -8 Grad und eine leichte Schneedecke. Bereits aus dem Flugzeug war es für mich sehr beeindruckend, die verschneiten Landschaften und zugefrorenen Seen Polens und des Baltikums zu sehen... und auch auf der Ostsee trieben Eisschollen! Wie sich herausstellen sollte, war das noch vergleichsweise mildes Wetter, denn ab dem zweiten Reisetag hatten wir klirrend kalte -18 Grad, und es gab auch noch einmal ordentlich Schnee. Wie gut, dass wir in Sachen Klamotten vorgesorgt hatten - denn wir konnten wirklich nur eingepackt wie Michelin-Männchen aus dem Haus gehen!

Dick eingemummelt bin ich auf der Suche nach dem besten Schnappschuss...

Dennoch haben wir natürlich die Gelegenheit genutzt, uns bei ausgedehnten Spaziergängen einen Eindruck von der Stadt zu verschaffen. Unser Hotel befand sich im Jugendstilviertel nördlich des Kronvaldsparks, ca. 15 Min. von der Altstadt (Vecrīga) entfernt. In dieser Gegend sieht man sehr viele mit aufwändigen Details verzierte Häuser aus der Zeit des Jugendstils und Art déco, die es von ihrer Schönheit her durchaus mit Gebäuden in berühmten Jugendstilvierteln anderer Städte, etwa in Paris, aufnehmen können. Weitgehend unbekannt ist, dass Riga europaweit eine der Städte mit der größten noch vorhandenen Jugendstil-Bausubstanz ist.

Im Jugendstilviertel nördlich des Kronvaldsparks

Durch die Parks entlang des Stadtkanals gelangt man in die Altstadt, in der vor allem hanseatische Backsteingotik dominiert. Es gibt aber auch so einige liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser sowie teils reich verzierte mittelalterliche Gebäude und eine Menge Kirchtürme auf recht kleinem Raum. Daneben finden sich viele hübsche kleine Läden sowie eine beeindruckend hohe Anzahl an Restaurants, Cafés, Pubs und Bars mit Livemusik. Gut so, denn bei der Kälte können wir nicht allzu lange draußen bleiben, sondern müssen uns immer mal bei leckeren Speisen und/oder Getränken aufwärmen :-) Und genau davon möchte ich jetzt erzählen!

Der Park am Stadtkanal

Besonders wichtig war natürlich die Frage: Wohin am Silvesterabend? Da bereits Anfang November feststand, dass es für uns nach Riga geht, hatten wir glücklicherweise noch genug Zeit, um gute Restaurants zu recherchieren und einen Tisch für Silvester zu reservieren. Und wir wurden von unserer Wahl, dem Restorāns International SV, nicht enttäuscht - im Gegenteil, wir erlebten eines der besten Dinner unseres Lebens! Das Restaurant befindet sich zu Fuß ca. 30 Minuten nördlich des Stadtzentrums in einem typischen Rigenser Wohnviertel - hier ist es deutlich weniger schick als in der Innenstadt, die Häuser sind zum Teil etwas heruntergekommen und der Großteil unsaniert. Das hell erleuchtete, liebevoll dekorierte und stilvolle Restaurant an einer Straßenecke wirkte hier fast ein bisschen wie ein Fremdkörper. Dass sich der Weg hierher in den Norden von Riga gelohnt hatte, ahnten wir schon beim Betreten des Restaurants. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und erhielten einen wunderschönen Tisch direkt am Fenster, jedoch in einem kleinen Separee nur für uns zwei. Der Tisch war sehr liebevoll gestaltet mit allerlei buntem Silvesterschmuck sowie Tischfeuerwerk und Wunderkerzen, um uns über den Abend hinweg noch ein bisschen mehr in feierliche Stimmung zu bringen. Außerdem gab es eine handgeschriebene, persönliche Neujahrskarte, typisch lettische Lebkuchen, frischgebackene Grissini und und ein Schälchen mit hausgemachtem Basilikumpesto auf unserem Tisch. Gerade von letzterem war ich absolut begeistert - so herrlich frisch im Geschmack! Man vergisst manchmal wirklich, wie gut diese eigentlich ganz einfachen Sachen sein können...

Auch Schnaps wird hier aufsehenerregend serviert...

Und auch sonst hat an diesem Abend einfach alles gestimmt. Der Service war unglaublich freundlich, aufmerksam und schnell und alle Mitarbeiter gaben uns das Gefühl, absolut willkommen zu sein und alles zu tun, um diesen Abend für uns zu etwas ganz Besonderem zu machen - mit Erfolg! Doch nicht nur der Service, sondern auch das Essen war eine Klasse für sich. Bereits einige Wochen zuvor informierte uns das Restaurant per E-Mail, dass für den Silvesterabend ein 8-Gänge-Menü geplant sei, es gab zwei Menüs zur Auswahl und man bat uns, ihnen unsere Entscheidung für ein Menü bis Weihnachten zu übermitteln. Mit 75 Euro pro Menü war der Preis für 8 Gänge von dieser Qualität auch absolut angemessen.

Tatar vom lettischen Strauß zum Selberwürzen

Die einzelnen Gänge waren überwiegend von der puristischen skandinavischen Küche inspiriert, jedoch waren auch einige traditionell osteuropäische Elemente sowie ein paar mediterrane Einschläge zu erkennen. Das Restaurant hat dahingehend keinen einheitlichen Stil, aber die Mischung gelingt bravourös! (Und scheint auch ein bisschen typisch für Riga zu sein, denn ein Mix aus skandinavisch, osteuropäisch, mediterran und zum Teil auch asiatischen Elementen begegnete uns auf vielen Restaurant-Speisekarten.)

Grönländischer Heilbutt mit Krustentiersauce und Muscheln

Nach einem Gruß aus der Küche (Geflügelsalat mit Mandarinen auf Schwarzbrot-Chips) folgten noch sage und schreibe vier verschiedene Vorspeisen, die bei dem von uns gewählten Menü größtenteils recht fischlastig waren. Es gab eine Räucherlachs-Frischkäse-Terrine, Blini mit Sourcream und Kaviar, einen deutlich asiatisch beeinflussten Salat von rohem Tunfisch mit Avocado sowie Tatar vom lettischen Strauß (ja, in der Tat!) mit "traditionellen Beilagen" zum Selbstwürzen. Dabei handelte es sich u.a. um Zwiebeln, Kapern, ein Wachtelei sowie verschiedene Saucen und Gewürze. Alle Vorspeisen waren an sich recht einfache Gerichte, nicht besonders kompliziert in der Zubereitung, aber die frischen Zutaten und die gelungene Kombination der Aromen überzeugte absolut. Nach einem wahnsinnig erfrischenden Cranberry-Honig-Crèmant-Sorbet (eines meiner Highlights des Abends!) folgten die beiden Hauptgerichte.

Rumpsteak vom Lamm auf Gerstenrisotto

Zunächst ein Filet vom grönländischen Heilbutt, das quasi auf der Zunge zerging, serviert mit einer Krustentiersauce, Miesmuscheln und einer eher mediterran anmutenden Gemüsebeilage, sowie anschließend ein perfekt rosa gegartes Rumpsteak vom Lamm mit Rotwein-Reduktion auf Gersten-Risotto. Den Abschluss bildete ein sehr dekadenter Schokokuchen, der mit frischen Früchten garniert war. Nach diesem fantastischen Menü waren wir einfach nur satt, glücklich und dankbar für den wunderschönen Abend! ...aber der war an dieser Stelle noch nicht zuende, denn im Dinnerpreis inklusive war auch der Taxi-Transfer zu einem Schwester-Restaurant direkt in der Innenstadt, wo wir noch gemütlich mit Sekt auf 2016 anstoßen und anschließend direkt vor der Tür des Restaurants beim Feuerwerk am Ufer der Daugava ins neue Jahr hinein feiern konnten. Der Silvesterabend in Riga ist uns auf jeden Fall in unvergesslicher Erinnerung geblieben und war eines der schönsten Silvester, die wir so hatten :-)

Super-schokoladiger Schokokuchen :-)

Auch wenn dieses Essen über allem steht, sollte es nicht unser einziges wirklich gutes Essen in Riga bleiben. Am Neujahrstag, durchgefroren von einem langen Spaziergang durch die Altstadt, verschlug es uns ins Melnā Kaķa Mājas Restorāns (auf deutsch das "Restaurant zur schwarzen Katze" ;-)) mitten in der Innenstadt. Das Restaurant hat eine eher rustikale Atmosphäre, ist aber urig und gemütlich. Wie an einem Feiertag zu erwarten war es sehr voll, und da es sich um einen einzigen großen Raum handelt, war auch der Geräuschpegel recht hoch, das war jedoch nicht weiter störend und passte zum rustikalen Charakter des Restaurants. Wir wurden vom freundlichen und aufmerksamen Personal gleich vorgewarnt, dass es zu einer gewissen Wartezeit kommen könne, bis das Essen serviert wird. Wir waren aber noch gar nicht so hungrig (sondern wollten uns vor allem erst mal irgendwo aufwärmen) und die Wartezeit war auch unserer Meinung nach noch völlig im Rahmen, also kein Problem. Die Küche ist eher traditionell-lettisch geprägt, jedoch finden auch hier einige internationale Einflüsse den Weg auf die Teller. So ist etwa unsere Kürbissuppe zur Vorspeise mit Ingwer und Curry abgeschmeckt. Zum Hauptgericht gibt es bei mir gegrillte Rippchen und bei meiner charmanten Reisebegleitung eine Entenkeule. Bei beidem fällt das Fleisch quasi von selbst vom Knochen und ist absolut köstlich. Ich neige zu der Aussage, dass ich in meinem Leben noch keine besseren Rippchen gegessen habe... Bei den Beilagen zeigen sich wieder internationale Einschläge, so wird die Ente mit Vanille-Kartoffelpüree und einer Portwein-Reduktion serviert, und zu den Rippchen gibt es die quasi weltweit trendigen Süßkartoffel-Pommes. Insgesamt ein solides, uriges Lokal mit gutem Essen und nettem Service, dass man durchaus besuchen kann, wenn man in Rigas Innenstadt unterwegs ist.

Edle Tischdeko im Domini Canes

Am nächsten Tag folgen wir einer Empfehlung von Marion von aufgegabelt und suchen zum Dinner das auch bei Tripadvisor hochgelobte Domini Canes auf. Das kleine Restaurant (ca. 30 Plätze) liegt im ältesten Teil der Rigenser Innenstadt. Da es sehr zentral gelegen ist und nur so wenige Tische hat, empfiehlt sich eine Reservierung. Bei uns klappt es auch erst im dritten Anlauf, einen Tisch zu ergattern. Ursprünglich hatten wir hier für Silvester reservieren wollen, was leider bereits Anfang November nicht mehr möglich war, und auch unser Versuch, am Neujahrstag einen Tisch für abends zu reservieren, wird uns mit Bedauern negativ beschieden. Aber aller guten Dinge sind drei... und so haben wir an unserem letzten vollen Tag in Riga noch Glück und kommen in den Genuss eines sehr guten Essens zu überraschend moderaten Preisen (alle Hauptgerichte liegen hier preislich zwischen 10 und 15 Euro). Das Restaurant liegt in einem kleinen, mittelalterlichen Haus und ist sehr urig und gemütlich eingerichtet. Das Servicepersonal ist auch hier wieder äußerst umsichtig und freundlich. Die Karte ist, wie so oft in Riga, ein spannender internationaler Stil-Mix. Wir entscheiden uns zur Vorspeise für eine orientalisch gewürzte Suppe mit Lammfleisch sowie für ein Lachs-Avocado-Tatar mit knusprigen Brot-Chips. Als Hauptgerichte wählen wir eine rosa gebratene Fasanenbrust mit verschiedenem gedünsteten Gemüse sowie ein Risotto mit Garnelen und Jakobsmuscheln. Alle Gerichte sind ausgesprochen schmackhaft und überzeugen absolut, auch wenn die Portionen eher überschaubar sind (dafür sind die Gerichte, wie bereits erwähnt, jedoch auch recht günstig). Eine sehr gute Empfehlung für ein gemütliches, edles Dinner in Rigas Innenstadt, das den Geldbeutel dennoch nicht zu sehr belastet!

Fasanenbrust im Speckmantel mit allerlei Gemüse

In Riga und Lettland allgemein gibt es jedoch nicht nur gutes Essen, sondern auch eine ausgeprägte Bier- und Schnaps-Tradition. Auch mit diesem Thema haben wir uns näher beschäftigt, und zwar im Rahmen einer Beer & Balsam Tour. Das Konzept ist ähnlich wie bei den Foodtouren, die wir bereits in Rom und Ljubljana mitgemacht haben - in einer kleinen Gruppe besucht man mehrere Locations und erfährt einiges über die landestypische Kulinarik, wobei bei unserer Tour in Riga dieses Mal die Getränke im Mittelpunkt standen. Gemeinsam mit einem Pärchen aus Finnland sowie unserem Guide Artūrs besuchen wir im Rahmen der 3,5-stündigen Tour (25 Euro pro Person) zunächst zwei Pubs und ein uriges Kellerlokal, das sich am Abend in Rigas größten Club für lettische Folkmusik verwandelt, und verkosten verschiedene Biere.

Kreative Bargestaltung an der ersten Station unserer Bier-Tour

Vom herzhaften und hochprozentigen Ale über ein Pils mit leichter Karamellnote bis hin zum schweren und malzigen Schwarzbier reicht die Auswahl der getesteten Craftbiere. Wir erfahren, dass das Brauen von Craftbeer in ganz Lettland schwer im Kommen ist und landesweit in den letzten Jahren zahlreiche kleine Brauereien entstanden sind, die mit ihren teils ungewöhnlichen Bier-Kreationen überzeugen. Zu den Bieren werden kleine deftige Snacks gereicht, etwa in Knoblauchbutter gebratene Schwarzbrot-Sticks mit Knoblauch-Dip.

Lecker Bier und Knoblauchbrot :-)

Die letzte Station ist eine Bar, die auf den Ausschank von Balsam, dem typisch lettischen, schweren und hochprozentigen Kräuterlikör, spezialisiert ist. Der Geschmack erinnert vage an Jägermeister, aber deutlich intensiver und kräftiger - sowohl in Bezug auf Geschmack als auch Alkoholgehalt! Der Balsam ist jedoch auch außerhalb dieser Bar in Riga allgegenwärtig - sei es in speziellen Läden, wo man ihn als Souvenir kauft, in Restaurants und Bars oder auf dem Weihnachtsmarkt (der in Riga bis nach Neujahr geöffnet hat). Man trinkt ihn pur, aber auch in Heißgetränken wie Tee oder heißen Fruchtsäften (schwarzer Johannisbeersaft mit Balsam erfreut sich besonderer Beliebtheit) oder in teils recht experimentell anmutenden Cocktails.

Einer der gemütlichen Pubs, die wir im Rahmen der Tour besuchten

Unser Fazit: Kann man mal getrunken haben, reicht dann aber auch wieder (wir sind allerdings auch keine besonderen Fans von Kräuterlikören). Insgesamt war die Beer & Balsam Tour auf jeden Fall eine super Erfahrung und ein feucht-fröhlicher Nachmittag, bei dem wir Gelegenheit hatten, in den Gesprächen viel Interessantes über Lettland und Finnland zu erfahren. Danach und nach einem letzten Cocktail in der Sky Bar des Albert Hotels haben wir aber definitiv die nötige Bettschwere erreicht ;-)

Black Balsam a.k.a. Teufelszeug...

...und dann war unser Kurzurlaub in Riga auch schon zuende! Nach einer abenteuerlichen Heimreise (Taxifahrt zum Flughafen durch teils hohe Schneewehen auf der Autobahn, mehrmalige Flugzeug-Enteisung vor dem Start) sind wir wieder gut im weniger kalten Deutschland gelandet. Als Fazit bleibt zu sagen, dass Riga in kulinarischer Hinsicht eine tolle Stadt ist, in der man sehr, sehr gut essen (und auch gut trinken...) kann. Bisher ist das Baltikum ja bei vielen noch etwas weniger auf dem Radar, aber wer sich für gutes Essen und einen spannenden Stil-Mix aus skandinavischer und osteuropäischer Küche mit vielfältigen internationalen Einflüssen interessiert, sollte Riga ruhig mal einen Besuch abstatten. Auch wir können uns vorstellen, wiederzukommen - beim nächsten Mal aber eher im Sommer, vielleicht ja auch rund um die Mittsommernacht, einen der wichtigsten Feiertage der Letten... :-)

Mittwoch, 20. Januar 2016

Rückkehr in Pink: Quinoa-Salat mit roter Bete, Granatapfel und Feta

In meinem letzten Post vor mittlerweile über zwei Wochen habe ich so motiviert und energiegeladen vom Power-Start ins neue Jahr erzählt, von guten Vorsätzen, gesunder Ernährung, Sport, dem vollen Programm. Und nun, zwei Wochen später, muss ich leider sagen: Klassischer Fall von - als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet. Denn genau genommen war 2016 bei mir in gesundheitlicher Hinsicht bisher ein wahres Seuchenjahr. Vielleicht hätte mir mein Sturz in der Silvesternacht in der lettischen Hauptstadt Riga (kulinarischer Reisebericht folgt bald) schon eine Warnung sein sollen - einmal zu wild getanzt bei der Outdoor-Silvesterparty, die Rutschigkeit von Schnee und Eis völlig unterschätzt (ja wer könnte es mir verübeln, wir hatten doch 2014 & 2015 keinen Schnee...) und plötzlich dem Boden unvermittelt sehr nah gekommen. Knie verdreht, Fuß überdehnt - aua. Und kaum ist die Humpelei nach einer Woche vergessen, zwingt mich eine Grippe (nein, kein halbgarer grippaler Infekt, ich nehme natürlich die richtige Influenza mit...) total in die Knie, und das nun schon seit 1,5 Wochen.


Mittlerweile bin ich auf dem Weg der Besserung, sieht man ja auch daran, dass ich mich hier mal wieder zu Wort melde, und denke, dass ich in ein paar Tagen endlich wieder auf dem Damm bin. Gekocht habe ich seit knapp zwei Wochen quasi gar nicht mehr, aber zum Glück habe ich noch einen leckeren Salat auf Lager, den ich kurz vor Weihnachten zubereitet habe, als ich vor den Feiertagen kulinarisch noch mal etwas kürzer treten wollte. Und so machen wir da weiter, wo wir im letzten Post aufgehört haben: Mit einem Gericht ganz in Pink! Geschuldet ist die hübsche Farbe dieses Mal den roten Beten, die ich im Winter so gern in meinen Salaten habe. Ich habe hier - Gemüsekiste sei Dank - frische Beten verwendet und gegart, mit vorgegarten und vakuumierten geht es aber genauso gut. Für den richtigen Knuspereffekt sorgen (rotes) Quinoa und Granatapfelkerne, und Feta ist für mich einfach ein Muss, weil fast alle Salate damit besser schmecken.

War richtig lecker, sah mega-hübsch aus und ist dazu noch total gesund! Was will man mehr? Meine Kollegen waren jedenfalls sehr neidisch, als ich in der Mittagspause dieses Schätzchen in Pink ausgepackt habe! Gerade, wenn ihr jetzt auf gesunde Ernährung achtet und die guten Vorsätze noch fest im Blick habt, ist der Salat genau das Richtige für euch :-)

Rezept
für zwei Portionen

50g rotes Quinoa (andersfarbiges geht natürlich auch)
500g rote Bete, roh oder vorgegart
1 Granatapfel
200g Feta
1 kleines Bund Petersilie
1 Zitrone
4 - 5 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Zucker

Wenn ihr rohe rote Bete verwendet: Diese mit einem Sparschäler schälen (dazu am besten Handschuhe tragen, damit nichts abfärbt) und in kochendem Wasser bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 30 - 45 Min. garen, bis sie beim Reinstechen weich sind.

Quinoa nach Packungsanweisung in Salzwasser garen, abgießen und gut abtropfen lassen. Die gegarten roten Bete zunächst in Scheiben und dann in Würfel schneiden. Zusammen mit dem Quinoa in eine Schüssel geben.

Granatapfelkerne herauslösen, am besten geht es so: Granatapfel zunächst auf der Arbeitsplatte einige Male hin und her rollen, bis die inneren Segmente brechen (das hört man). Dann vierteln und die Viertel in eine mit Wasser gefüllte Schüssel tauchen. Unter Wasser die Kerne herauslösen (so vermeidet ihr Spritzer überall in der Küche). Die Kerne sinken auf den Grund der Schüssel, die Häutchen schwimmen oben. Nun könnt ihr die Häutchen mit einer Schaumkelle herausfischen, anschließend den Rest durch ein Sieb abgießen und schon habt ihr die schön sauber ausgepulten Granatapfelkerne! Diese nun ebenfalls zu Quinoa und roter Bete geben.

Petersilie waschen, trocken schütteln und fein hacken. Feta grob zerkrümeln. Beides zum Salat geben. Für das Dressing Zitrone auspressen, Saft mit Olivenöl verrühren und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Über den Salat geben und gut vermischen.

Quelle
eigenes Rezept  

Dienstag, 5. Januar 2016

Power-Start ins neue Jahr: Pink Power Müsli

Ich liebe diese Zeit des Jahres. Die ersten Januartage, den Start in ein neues Jahr, das noch vollkommen leer, wie ein unbeschriebenes Blatt, vor uns liegt. Voller Möglichkeiten, voller Erwartungen, voller Pläne. Für mich ist das eine Zeit des Innehaltens. Denn so sehr ich den Dezember auch mag - diesen lauten, bunten, glitzernden Monat, der geradezu überbordet vor gesellschaftlichen Anlässen, vor guter Gesellschaft, vor leckerem Essen, diesen Monat, in dem von allem immer ein bisschen zu viel da ist - so sehr freue ich mich auch, wenn er dann vorbei ist. Wenn nicht mehr eine Essenseinladung auf die nächste folgt, sondern man in Ruhe überlegen kann, was man eigentlich selbst gerade am liebsten kochen würde. Wenn man durch die Stadt gehen kann, ohne sich durch Menschenmassen drücken zu müssen. Und wenn man nicht ständig Verabredungen und Erledigungen hinterher hetzt, sondern wieder einmal Zeit hat, in sich hinein zu hören und zu entdecken, was man eigentlich selbst gerade am liebsten tun würde.


Für mich ist der Januar auch immer eine Zeit der guten Vorsätze. Natürlich, es gibt viele Stimmen, die das kritisch sehen und sagen, man könne doch einfach an jedem Tag des Jahres anfangen, etwas zu ändern. Und das stimmt natürlich auch. Ich persönlich mag jedoch diesen Gedanken des Neustarts am 1. Januar sehr gern, vielleicht weil es für mich den übersättigten Dezember davor braucht, um mich auf das Wesentliche zu besinnen. Und das heißt für mich auch in diesem Jahr: Den Weg zurück aus den kleinen und großen Weihnachtssünden hin zu gesünderer Ernährung und mehr Sport. Wie jedes Jahr freue ich mich riesig darauf und bin voll motiviert, denn es ist wirklich Zeit! Nun ist der Kühlschrank wieder voll mit Obst und Gemüse sowie anderen gesunden und leckeren Lebensmitteln, es kann also losgehen :-) Wie sieht es bei euch aus, startet ihr auch mit guten Vorsätzen ins neue Jahr? Oder seid ihr auch den Rest des Jahres über (meist) vorbildlich und motiviert? :-)

Ich habe zum gesunden Start ins neue Jahr heute erst mal ein Frühstücksrezept mitgebracht, das nicht nur gesund ist, sondern natürlich auch richtig gut schmeckt und mit seiner leuchtenden pinken Farbe im grauen Januar gute Laune macht! Bei der Konsistenz habt ihr die Wahl: Entweder ihr esst das Müsli sofort, nachdem ihr die Samen und Kleie zugegeben habt, dann haben Leinsamen und Haferflocken noch Biss und ihr bekommt einen leichten "Knusper-Effekt". Oder aber ihr lasst das fertig zubereitete Müsli ca. 15 Minunten lang quellen, dann bekommt es eine dickliche, pudding-ähnliche Konsistenz, die ich persönlich sehr gern mag :-)

Ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr!

Rezept
für vier Personen

200g TK-Himbeeren, aufgetaut
4 EL Naturjoghurt
200 ml Sojamilch Vanille-Geschmack
1 EL Honig
8 EL Haferflocken
8 EL Weizenkleie
8 EL Leinsamen
optional: frische Himbeeren und gehackte Pistazien zum Garnieren

Himbeeren, Joghurt, Sojamilch und Honig in ein hohes Gefäß füllen und mit dem Pürierstab fein pürieren (alternativ im Mixer zubereiten). Abschmecken und ggf. nachsüßen.

Himbeer-Joghurt-Milchmix in Müslischalen füllen, Haferflocken, Weizenkleie und Leinsamen zugeben und unterrühren. Nach Wunsch mit Himbeeren und Pistazien garnieren.

Entweder gleich essen, wenn man es flüssiger mag, oder ca. 15 Min. stehen lassen, dann quellen die Flocken und Samen und das Pink Power Müsli bekommt eine dicke, puddingartige Konsistenz.

Quelle
eigenes Rezept 

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Persönlicher Jahresrückblick und Ausblick 2015/16

Yeah, es ist wieder die Zeit der Jahresrückblicke! So sehr sie mich auch im Fernsehen langweilen, so gern lese ich sie auf Blogs - klar, dass es daher auch bei mir in diesem Jahr wieder einen gibt. Ende 2014 hatte ich mich, da ich in jenem Jahr leider nicht viel gebloggt habe, auf einen eher persönlichen Jahresrückblick und Ausblick, quasi einen kleinen "Blick hinter die Kulissen", verlegt. In diesem Jahr ist der Blog zwar zum Glück besser gepflegt worden, da ich meinen letzten Jahresrückblick aber selbst sehr gern mochte (und es auch von euch viel Interesse und positives Feedback gab), behalte ich das Format auch in diesem Jahr bei. Ich hoffe, es gefällt euch, und wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Damit es ein bisschen bunter wird, findet ihr dazwischen meine liebsten Food-Fotos aus diesem Jahr.

Knusprige Möhrenpuffer mit Feldsalat und Buttermilch-Dressing

Privates

Im letzten Jahresrückblick hatte ich ja schon angekündigt, dass sich Anfang des Jahres 2015 bei mir einiges verändern würde - und das tat es auch! Im Februar habe ich Leipzig hinter mir gelassen und bin nach acht Jahre wieder in meine Heimatstadt Dresden zurückgekehrt. Zudem bin ich nach einem zweijährigen Ausflug ins Kulturmarketing nun wieder im PR- und Kommunikationsbereich eines E-Commerce-Unternehmens tätig. Insgesamt kann ich von diesem Jahr ein ausschließlich positives Fazit ziehen: Der Umzug und die "Eingewöhnung" in Dresden haben wunderbar funktioniert. Ich fühle mich in meiner (mittlerweile nicht mehr ganz so) neuen Wohnung und meiner Wohngegend richtig angekommen und freue mich darüber, mehr, unkomplizierter und spontaner Zeit mit meinem Freund und meiner Familie verbringen zu können.

Schoko-Kakao-Guglhupf mit Cheesecake-Füllung

Der Jobwechsel war ebenfalls genau das Richtige für mich, denn ich habe gemerkt, dass mir der E-Commerce-, Online- und Mobile-Bereich sehr gefehlt haben und ich genieße es, mich dort jetzt wieder ausleben zu können. Gleichzeitig konnte ich meine Arbeitsbelastung, die im Kulturbereich durch den ständigen Personalmangel extrem hoch war, deutlich reduzieren. Daraus resultieren mehr Energie und mehr Motivation für Hobbies, etwa für den Blog. Zudem habe ich durch die neue Umgebung viele neue Bekanntschaften gemacht und konnte gleichzeitig die intensiven Kontakte nach Leipzig halten. So darf es gern weitergehen :-)

Quarkknödel mit Rhabarber-Himbeer-Kompott

Gesundheit, Ernährung & Sport

Gesundheitlich war es ein gutes Jahr. Ich war lediglich im Sommer einmal richtig krank und habe es ansonsten ohne Krankheiten oder Wehwehchen durch das Jahr geschafft. In Hinblick auf den Sport war ich in diesem Jahr leider nicht ganz so diszipliniert wie erhofft. Zwar bin ich nach wie vor Mitglied im Fitnessstudio, nachdem ich es 2014 aber auf 76 Besuche dort brachte, waren es 2015 nur 47. Rechnet man also ein, dass ich einige Wochen wegen Krankheit oder Urlaub nicht trainieren konnte, bringe ich es durchschnittlich nur auf etwas mehr als einen Besuch pro Woche - mein Ideal ist eigentlich mindestens zweimal pro Woche trainieren.

Zitronen-Mascarpone-Kuchen mit salzigen Pistazien

Die Ursachen sehe ich vor allem im Ortswechsel und den damit einhergehenden Änderungen des Fitnessstudios. Das jetzige Studio liegt nicht mehr ganz so nah bei meiner Arbeit (in Leipzig waren es 3 Minuten zu Fuß, jetzt sind es ca. 15 Minuten mit der Straßenbahn) und meine bisherigen Lieblingskurse finden überwiegend zu Zeiten statt, die nicht gut zu meinen Arbeitszeiten und meinem Rhythmus passen. Ja, das sind Kleinigkeiten, denn der Weg ist nicht wirklich weit und es gibt genügend andere Kurse, aber beim Sport fällt es mir schon immer schwer mich zu motivieren. Da können solche Kleinigkeiten leider bereits ausschlaggebend sein :-( Also noch Potenzial für 2016!

veganer Himbeer-Bananen-Kokos-Kuchen

Ähnlich sieht es bei der Ernährung aus. Anfang 2015 habe ich zunächst sehr erfolgreich 5 Kilo abgenommen, durch den Stress in den ersten Wochen im neuen Job habe ich die gesunde Ernährung jedoch vernachlässigt und wieder zugenommen. Im Sommer bin ich dann noch mal mit gesünderer Ernährung gestartet und habe wieder abgenommen. Nach unserem Urlaub im September/Oktober bin ich jedoch bis Jahresende nicht wieder in Tritt gekommen und die Kilos sind wieder da. Ab Januar will ich es nun mal mit der 5:2-Diät (fünf Tage normal essen und zwei Tage fasten) versuchen. Wenn ich Erfahrungswerte dazu haben, wird es bestimmt auch im Blog etwas darüber zu lesen geben.

gegrillte Tintenfisch-Gemüse-Spieße mit Sesamkartoffeln

Reisen

Auch in diesem Jahr hatte ich wieder Gelegenheit zu einigen tollen Reisen. Mitte Februar ging es zunächst ins schöne Hamburg. In den letzten Jahren war ich beruflich einige Male in der Hansestadt gewesen, hatte aber immer nur Zeit, im Vorbeifahren "Oh wie schön!" zu rufen und nie die Gelegenheit, mir etwas anzusehen. Der letzte private Besuch lag hingegen schon Jahre zurück. Zum Glück ist meine liebste Reisebegleitung aber auch ein aufmerksamer Zuhörer und hat mich gleich zum Anfang des Jahres mit der Reise überrascht :-) Im April ging es dann bereits zum zweiten Mal innerhalb von recht kurzer Zeit (das erste Mal war im September 2014) nach Mallorca. Die Insel hatte mir so gut gefallen, dass ich, als mein Freund beruflich für ein paar Tage hin musste, nicht lange gefackelt habe und hinterher geflogen bin. So konnten wir uns noch ein paar schöne erste warme Tage machen, einsame Buchten und leere Küstenstraßen sowie großartige Paella genießen.

Cinnamon Spice Cookies

Anfang Juli war es mal wieder Zeit für einen Städtetrip und wir haben uns für das zu dieser Jahreszeit ordentlich aufgeheizte Rom entschieden. Trotz Temperaturen weit über 35 Grad sind wir jeden Tag kilometerweit auf den Spuren der alten Römer gewandelt, haben uns von Kunst und Kultur bezaubern lassen und natürlich die italienische Küche genossen - auch im Rahmen einer wunderbaren Foodtour durch das noch eher ursprüngliche Viertel Trastevere. Unseren größten Urlaub dieses Jahr traten wir dann Ende September an: Für zwei Wochen ging es auf Roadtrip durch Südosteuropa! Stationen waren u.a. die slowenische Hauptstadt Ljubljana, die südkroatische Adriaküste, Mostar in Bosnien-Herzegowina, die nordkroatische Halbinsel Istrien sowie auf dem Rückweg die slowakische Hauptstadt Bratislava. Wir wissen nun, dass insbesondere Kroatien ein tolles Urlaubsland mit herrlicher Landschaft, leckerem Essen und freundlichen Menschen ist, und kommen sicher wieder! Jetzt zum Ende des Jahres legen wir noch mal einen Städtetrip ein und machen über Silvester in der lettischen Hauptstadt Riga Station - mehr dazu dann in Kürze :-)

Pasta mit Garnelen auf Buzara-Art

Mein Blog im Jahr 2015

Mein Blog ist Ende Juni 2015 fünf Jahre alt geworden, und pünktlich zum fünften Geburtstag habe ich auch wieder deutlich mehr Zeit und vor allem Motivation und Leidenschaft fürs Bloggen gefunden. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder, denn 2015 haben euch hier 70 neue Artikel erwartet, nachdem es 2014 gerade einmal 30 waren. Mengenmäßig war 2015 daher mein zweitbestes Bloggerjahr nach 2011, wo der Blog allerdings noch frisch und ich zumindest die erste Jahreshälfte über noch Studentin mit mehr Freizeit war.

Doch auch abseits der reinen Zahlen hat sich viel getan. Im Mai habe ich nach langer Zeit endlich einmal meinen Blog-Header überarbeitet und dem Blog sein erstes richtiges Logo gegönnt. Seit April versorge ich euch auf meiner Facebook-Seite regelmäßig mit kulinarischen News aus meiner Küche, auch gern mal zwischendurch oder von meinen Reisen. Im Mai ist ein Rezept von meinem Blog, die marokkanische Linsensuppe Harira, in der Zeitschrift Nido veröffentlicht worden und seit November findet ihr Rezepte von mir in der Foodblogger-App mealy. Neben den reinen Rezept-Artikeln habe ich in diesem Jahr auch häufiger über meine Reisen berichtet (etwa über Rom, Ljubljana, Dalmatien, Bosnien-Herzegowina, Istrien) und thematische Artikel verfasst, z.B. zu Proteinshakes beim Sport, zu meiner Bio-Gemüsekiste und zum Test einer Kochbox. Außerdem nenne ich seit einigen Wochen endlich, endlich eine digitale Spiegelreflexkamera mein Eigen (peinlich das zu sagen, aber bisher kamen meine Fotos vom Handy bzw. die schöneren Fotos von meinem Freund...) und bin fleißig dabei, mich mit Food-Fotografie zu beschäftigen - die ersten Resultate gibt es auch schon auf dem Blog.

Flammkuchen mit Süßkartoffel, Chorizo und Feta

Eure liebsten Artikel 2015

1. Süßkartoffel-Ziegenkäse-Flammkuchen
2. Petersiliensalat mit Granatapfel, Dukkah-Kichererbsen und gebackenem Feta
3. Schokoladen-Kakao-Guglhupf mit Cheesecake-Füllung und Schokoladen-Ganache

Meine Lieblingsrezepte 2015

1. Garnelen auf Buzara-Art
2. Knoblauch-Zitronen-Hähnchen
3. Zitronen-Mascarpone-Kuchen mit gesalzenen Pistazien 

Blog-Ausblick 2016

Auch für 2016 habe ich mir einige Ziele für meinen Blog gesteckt und bin voller Motivation und Tatendrang! Zum einen will ich mich weiter mit (Food-)Fotografie auseinandersetzen und meine Fotos deutlich verbessern. Außerdem soll es hier weiterhin Reiseartikel in Kombination mit Rezepten sowie andere thematische und saisonale Posts geben - ich habe schon eine laaaaaaaange Liste an Ideen und freue mich sehr darauf, diese umzusetzen. Und zum dritten möchte ich meine Präsenz auf weitere Social-Media-Kanäle ausweiten und denke, dass ihr Sugar and Spice bald auch bei Instagram und Pinterest finden werdet.


Lemon Meltaways


Ich hoffe, euch hat mein etwas persönlicherer Jahresrückblick und –ausblick gefallen und wünsche euch für das neue Jahr alles Gute, viel Gesundheit, Glück und Erfolg sowie tolle und inspirierende kulinarische Momente! Lasst es euch gut gehen, und wenn ihr mögt, erzählt mir doch ein bisschen von euren Plänen und Vorsätzen fürs neue Jahr :-)

Sonntag, 27. Dezember 2015

Zur Trüffelsaison in Istrien // Rezept für super-cremige Trüffelpasta

Ich hoffe, ihr hattet wunderschöne, besinnliche Weihnachtsfeiertage, habt sagenhaft gut gegessen und hattet ganz viel Zeit für eure Lieblingsmenschen und für die Dinge, die euch besonders wichtig sind :-) Vielleicht legt ihr ja heute einen gemütlichen Tag auf der Couch ein, erholt euch ein bisschen vom Festtags-Trubel und habt noch mal Lust auf einen kleinen gedanklichen Ausflug... das würde mich freuen! Denn bevor das Jahr zuende geht (und wir über Silvester in den nächsten Kurzurlaub starten), möchte ich euch noch auf die letzte kulinarische Etappe unseres Südosteuropa-Roadtrips mitnehmen. Ihr erinnert euch vielleicht: Wir waren von der slowenischen Hauptstadt Ljubljana zunächst an die südkroatische Adriaküste gereist, wo wir es uns unter anderem in Split, Dubrovnik und auf der Insel Hvar gut gehen ließen, und hatten anschließend noch einen Abstecher nach Mostar in Bosnien-Herzegowina unternommen.


Nach 1,5 Wochen unterwegs stand dann langsam wieder der Rückweg gen Norden an - mit Betonung auf langsam, denn wir hatten noch vier Tage Zeit, bis wir wieder in Deutschland sein mussten. Welches Ziel wir auf der Rückreise noch ansteuern, hatten wir uns erst recht spontan während des Urlaubs überlegt. Wir waren von Kroatien so begeistert, dass wir gern noch mehr von diesem wunderschönen Urlaubsland kennenlernen wollten, und außerdem hatten wir gehört, dass im Nordwesten des Landes, auf der Halbinsel Istrien, gerade die Trüffelsaison begonnen hatte. Da wir beide Trüffel sehr lieben, stand der Plan fest: Auf nach Istrien! Nach kurzer Recherche hatten wir in Erfahrung gebracht, dass Rovinj an der Westküste als eine der schönsten Städte Istriens gilt, also beschlossen wir, das beschauliche Örtchen als Ausgangspunkt für die Erkundung Istriens zu wählen.


In unserem Hotel, der Casa Alice, angekommen, marschierten wir darum entschlossen an die Rezeption und erkundigten uns nach einem Restaurant mit guten Trüffelgerichten. Unser Gegenüber konnte sich das Lachen nicht verkneifen: "Trüffel? Hier an der Küste? Nein!" Er sah uns unsere Enttäuschung an und fragte, ob wir denn Fisch und Meeresfrüchte mögen. Ja natürlich, sehr sogar, aber nun sind wir doch extra wegen der Trüffel hergekommen... "Kein Problem!" verkündete er, "Heute abend esst ihr hier in Rovinj noch mal fantastische Meeresfrüchte, und morgen könnt ihr einen Ausflug in die Trüffeldörfer machen, so weit ist es nicht!". Gesagt, getan. Wir vertrauten der Empfehlung des Mannes und machten uns an jenem Abend auf ins Bosket, ein auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiertes Restaurant in der Nähe.


Auch dort würde sich zeigen, wie sinnvoll es ist, auf Tipps und Empfehlungen zu hören: Nachdem der Restaurantbesitzer sich unsere Bestellung angehört hatte, winkte er ab und meinte "Hm ja, schön und gut, aber ich weiß was Besseres für euch! Ich würde euch ja dies.... und das... und jenes machen, wenn ihr mögt. Viel, viel besser!" Warum das Restaurant eine Speisekarte hat, wo man von ihr doch nicht so ohne Weiteres bestellen kann, erschließt sich zwar nicht ganz, aber wir haben der Überzeugungskraft des Mannes und der Begeisterung für seine Speisen nichts entgegenzusetzen und lassen ihn machen. Und wir wurden nicht enttäuscht, sowohl die gemischten Muscheln zur Vorspeise als auch die Pasta mit Buzara-Garnelen für zwei zum Hauptgericht waren von ausgezeichneter Qualität und auch preislich absolut im Rahmen! Das leckere Essen und der Spaß beim Meeresfrüchte-Essen mit den Händen versöhnten uns mit dem langen Reisetag und der ersten Trüffel-Enttäuschung.


Am nächsten Tag wollen wir uns nun aber endlich auf Trüffel-Mission begeben! Dem Wirt unseres Hotels zufolge gedeihen die Trüffel im sogenannten "Istrischen Trüffeldreieck" zwischen Pazin, Buje und Buzet. Im Herzen dieser Region im Norden Istriens liegt auch der kleine Ort Livade, und Google verrät uns, dass dort an jedem Wochenende zwischen Ende September und Anfang November die Zigante Truffle Days stattfinden. Im Urlaub weiß man ja manchmal nicht ganz so genau, welchen Wochentag man gerade hat, aber check - perfekt, es ist Sonntag! Nach einem fürstlichen Frühstück in der Casa Alice, das man für uns Langschläfer sogar extra um 12 Uhr serviert, sowie einem kleinen Rundgang durch das malerische Rovinj, machen wir uns auf gen Livade. Die Fahrt führt über schmale, kurvige, zum Teil unasphaltierte Straßen mit beeindruckend tiefen Schlaglöchern - hier soll irgendwo ein Trüffel-Festival stattfinden, das auch Gourmets aus dem Ausland anzieht? Wir mögen es kaum glauben...


... aber werden wieder mal eines Besseren belehrt! Direkt am Ortseingang des kleinen Örtchens Livade zeugen schon große Transparente, die über die Straße gespannt sind, von den Zigante Truffle Days. Der sonst verschlafene Ort quillt über von Besuchern, davon viele aus dem nur ca. eine Stunde entfernten Italien, und in einem großen Zelt am Ortsrand befindet sich an diesem Wochenende das Mekka der Trüffelfans. Die Zigante Truffle Days werden vom gleichnamigen Restaurant organisiert, das sich direkt neben dem großen Zelt befindet. Der Chefkoch, Damir Modrušan, ist für seine Trüffel-Kreationen in Istrien und darüber hinaus sehr bekannt und veranstaltet ein Show-Kochen mit dem "weißen und schwarzen istrischen Gold" direkt im Zelt.


Trüffelfans können sich außerdem geführten Trüffelwanderungen anschließen oder natürlich bei Trüffelauktionen eine Knolle für daheim ersteigern. Daneben gibt es zahlreiche Stände von Produzenten aus der Region, welche die unterschiedlichsten Produkte mit Trüffeln anbieten, etwa Trüffelöle, -cremes, -pasta oder -käse. Auch andere regionale Spezialitäten, etwa Pesto, Marmeladen, Honig, oder die uns aus dem angrenzenden Slowenien schon bekannten Köstlichkeiten Kraški pršut (Schinken) und Teran (Rotwein), sind vertreten. An den meisten Ständen bekommt man kleine Kostproben, die schon mächtig Appetit machen!


Wir haben von unserem Bummel Hunger bekommen und natürlich auch Lust, die Spezialitäten des Restaurants Zigante einmal selbst zu probieren. An der Live-Cooking-Station bestellen wir uns daher zwei Teller frische Pasta, in Trüffelcreme geschwenkt. Am Tisch werden beim Servieren dann noch reichlich schwarze Trüffel frisch darüber gehobelt. Hmmmmmm.... also wir haben im Urlaub ja viel Gutes gegessen, aber das toppt noch mal alles! Damit wir uns den Trüffelgeschmack auch für zuhause bewahren können, investieren wir unsere letzten kroatischen Kuna in ein Fläschchen Trüffelöl, ein Glas weiße Trüffelcreme, Trüffelpasta sowie einen Ziegenkäse mit schwarzen Trüffeln.


Nach diesem kulinarisch ereignisreichen Tag sind wir sehr glücklich und gleichzeitig immer noch etwas perplex, dass ein Event von diesem Rang völlig unscheinbar im kroatischen Hinterland stattfindet. Allen Trüffelfans können wir nur empfehlen, einmal zwischen Ende September und Anfang November nach Istrien zu reisen, wo man tolle Trüffelspezialitäten zu sehr vertretbaren Preisen bekommt. Am besten man informiert sich vorher über die Termine der Trüffelfeste (viele Orte im istrischen Trüffeldreieck haben ihr eigenes Trüffelfest, meist jedoch nur an einem Wochenende), damit es mit dem Trüffel-Overkill auch garantiert klappt :-)


Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, zuhause aus den mitgebrachten Trüffelprodukten ein leckeres Festmahl zu kochen, bei dem die Trüffelpasta, die Trüffelcreme und der Ziegenkäse mit Trüffel zum Einsatz kamen. Viel mehr braucht es dann auch gar nicht, um eine herrlich cremige und aromatische Trüffelpasta zu kochen, die Fernweh verursacht und einfach nur glücklich macht! Ein Hingucker ist sie zwar nicht wirklich, aber die inneren Werte sprechen auch hier mal wieder für sich ;-)


Rezept
für zwei Personen

250g Trüffelpasta
200ml Sahne
2 EL weiße Trüffelcreme
Salz, Pfeffer aus der Mühle
200g Ziegenkäse mit schwarzen Trüffeln

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Trüffelpasta darin nach Packungsanweisung al dente kochen und abgießen.

In der Zwischenzeit Sahne in einen kleinen Topf geben, aufkochen und bei geringer Hitze ca. 10 Min. köcheln lassen, bis sie schön cremig wird. Die Hälfte des Ziegenkäses grob hacken und in der heißen Sahne schmelzen. Trüffelcreme zugeben und ebenfalls in der Sahne zergehen lassen. Mit Pfeffer abschmecken (Salz braucht es eher nicht, da der Käse recht würzig ist, und wir wollen ja das feine Trüffelaroma nicht überdecken).

Pasta mit der Sauce mischen, auf Teller verteilen, Pfeffer darüber mahlen. Den restlichen Ziegenkäse grob über die Nudeln raspeln und sofort servieren. Und dann... Augen schließen und glücklich sein!

Quelle
eigenes Rezept