Sonntag, 26. Oktober 2014

Südtirol - eine kulinarische Reise // Schüttelbrot-Gnocchi mit Apfel-Senf-Sauce und Speck


Während es draußen nun endgültig herbstlich-grau und vor allem zeitig dunkel wird, möchte ich euch heute noch einmal ein Stückchen Sommer bieten und euch mit in einen meiner diesjährigen Urlaube, der mich Anfang August u.a. nach Südtirol führte, nehmen. Südtirol, die nördlichste Provinz Italiens, ist vor allem deshalb ein so populäres Reiseziel, weil es in vielerlei Hinsicht das Beste aus zwei Welten vereint: Eine beeindruckende Bergwelt mit schroffen Felsen und beeindruckenden Ausblicken, aber gleichzeitig liebliche Täler, durch die sich malerische Flüsschen schlängeln. Grüne, saftige Almwiesen und nur ein Stückchen weiter südliche Palmen-Vegetation. Südtiroler Gemütlichkeit und entspanntes italienisches Dolce Vita. Österreichisch inspirierte Küche mit einer Vielzahl an mediterranen Einflüssen. Wenn das nicht jede Menge Gründe sind, diesem malerischen Fleckchen Erde einen Besuch abzustatten…

Blick auf Meran von Schenna aus
Schenna – Unser Urlaubsdomizil

Und so verschlug es uns Anfang August für einige Tage (wir waren genau genommen auf der Durchreise in die Toskana) nach Schenna, einem kleinen Ort direkt oberhalb von Meran gelegen. Im sehr empfehlenswerten Hotel Schlosswirt direkt neben der Burganlage von Schenna fanden wir gemütliche Zimmer, einen kleinen Pool mit beeindruckendem Ausblick und eine hübsche Terrasse, auf der überaus leckeres Essen serviert wurde, vor. Für einen Ort dieser Größe (ca. 3.000 Einwohner) ist das Angebot an Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants in Schenna wirklich beeindruckend und für jeden Geschmack etwas dabei.

Hotel Schlosswirt in Schenna

Schenna ist außerdem Ausgangspunkt diverser Waalwege, d.h. meist sehr gemächlicher Wanderwege entlang von Bewässerungskanälen, die typisch für Südtirol sind und zumeist auch durch sehr hübsche Apfelplantagen führen. Für einen gemütlichen und entspannten Spaziergang bzw. eine kleine Wanderung sehr zu empfehlen!

Blick auf Schenna

Nicht nur für Botaniker: Schloss Trautmansdorff

Doch nicht nur durch Apfelplantagen kann man wandern, auch ein Spaziergang durch den malerischen Park von Schloss Trautmansdorff am östlichen Stadtrand von Meran bietet sich an. Das Schloss, in dem sich einst bereits Sissi aufhielt, liegt mitten im botanischen Garten von Meran, der eine beeindruckende Vegetations-Vielfalt aufweist. Vom Regenwald über den Palmenstand, von Kakteenlandschaften über südostasiatische Reisfelder, bis hin zur heimischen Südtiroler Vegetation findet sich alles, was (nicht nur) das Botaniker-Herz begehrt. Auf verschlungenen Wegen wandert man durch den Garten und sollte, um alles zu sehen, keinesfalls weniger als drei Stunden einplanen – es lohnt sich!

Park von Schloss Trautmansdorff

Extrem positiv fällt auf, dass der gesamte Garten top gepflegt und in Schuss ist, auch während des Rundgangs sieht man an vielen Ecken Gärtner werkeln – für diesen super Gesamteindruck zahlt man den (nicht sooo günstigen) Eintrittspreis wirklich gern. Auch gibt es im Park an vielen Stellen Attraktionen, etwa eine ca. 50 Meter hohe Aussichtsplattform, Vogel- und Schmetterlingshäuser, ein Labyrinth, einen Hängebrücken-Pfad, etc. Auch um einzukehren bietet der Park mit einem Restaurant und einem Café genug Möglichkeiten, und im Sommer finden auf einer Bühne im kleinen See inmitten des Parks regelmäßig abends Konzerte statt.

Seebühne vorm Schloss

Hoch hinaus: Meran 2000

Aber natürlich will man als fitter Südtirol-Urlauber nicht nur auf gemächlichen Waalwegen wandeln und durch Parks spazieren – irgendwann muss es auch richtig hoch hinaus gehen! In direkter Nähe unseres Urlaubsorts Schenna bietet sich dafür eine Fahrt mit der Seilbahn zum Hochplateau Meran 2000 an. Im Winter ein Skigebiet mit 45 Kilometern Pisten, wandelt es sich im Sommer zum Wanderparadies auf 1600 bis 2300 Metern Höhe. Diverse bewirtschaftete Hütten liegen entlang der Wanderwege, so dass man sich je nach geplanter Länge der Wanderung und körperlicher Konstitution eine schöne Hütte als (Etappen-)Ziel aussuchen kann. Uns führte eine ca. zweistündige Wanderung zur Meraner Hütte, die mit einer schönen Terrasse und leckerem Essen (Wiener Schnitzel, Käsespätzle, Kaiserschmarrn und alles, was das Herz aus der regionalen Küche sonst noch begehrt) aufwarten kann.

Meran 2000

Apropos Essen – Marende-Dating am 15. Oktober in Leipzig

Wo wir gerade beim Thema Essen sind… Meine Urlaubseindrücke schildere ich euch heute natürlich nicht ohne Grund, sondern aus einem ganz konkreten Anlass heraus. Vor einiger Zeit flatterte mir eine Einladung zum sog. Marende-Dating, einem Workshop mit Südtiroler Produkten am 15. Oktober in Leipzig, ins Haus. Die Einladung kam von der Export Organisation Südtirol der Handelskammer Bozen sowie der Italienischen Agentur für Außenhandel; Organisator des (extrem professionell) vorbereiteten Workshops war die Agentur Organize Communications aus Karlsruhe, die ähnliche Workshops auch bereits in vier anderen deutschen Städten ausgerichtet hatte. Schauplatz des Abends war die Kochschule Lukullust in der Leipziger Südvorstadt, die ich bereits im Rahmen diverser Kochkurse kennen und schätzen gelernt hatte.


Vielleicht fragt ihr euch, was unter dem Begriff „Marende-Dating“ zu verstehen ist. Die Marende ist eine traditionelle Südtiroler (Zwischen-)Mahlzeit, die in der Regel am Nachmittag eingenommen wird und zumeist aus Schüttelbrot, Speck, Kaminwurzen, Käse, eingelegten Gurken und Wein besteht. Um einige dieser Produkte drehte sich der Workshop – daher auch das Wort „Dating“, denn im Laufe des Abends sollten wir ein Rendezvous mit den Südtiroler Spezialitäten erleben. Zum gemeinsamen Entdecken der Südtiroler Küche und Lebensart fanden sich ca. 35 Personen ein, darunter auch die beiden Blogger-Kolleginnen Sandra von in Frau Kampis Küche und Liv von Thank you for eating. Das war übrigens für mich das erste Mal, dass ich andere Foodblogger persönlich kennengelernt habe, und ein super-anregender und schöner Austausch mit den beiden!


Auf die Produkte, fertig, los…

Zunächst stand das Verkosten typischer Südtiroler Produkte im Vordergrund. In kleinen Gruppen von ca. fünf bis sechs Personen begaben wir uns dafür an verschiedene Stationen, an denen uns jeweils ein Experte aus Südtirol die Finessen von Speck, Äpfeln, Käse und Schüttelbrot näher brachte. So lernten wir zum Beispiel, dass der Südtiroler Speck je nachdem, wie dick er geschnitten wird und ob in Scheiben, Streifen oder Würfel zum Teil völlig unterschiedlich schmecken kann. Wir kosteten verschiedene Apfelsorten, von denen mich der Braeburn als besonders knackig und aromatisch am meisten überzeugt hat – zum Glück bekomme ich diese Apfelsorte aus Südtirol auch hier in Leipzig recht unproblematisch und kaufe seitdem keine anderen Äpfel mehr. Bei fünf zu verkostenden Käsesorten war einer leckerer als der andere (absolute Favoriten: Lagrein und Pfefferkäse), wohingegen das Schüttelbrot nicht hundertprozentig mein Fall war – das ist jedoch ein ganz persönlicher Eindruck, da Kümmel- und Anis-Aroma einfach nicht ganz mein Ding sind.


Insgesamt machten alle Stationen jedoch absolut Lust darauf, die Produkte zu probieren und mit ihnen zu kochen, zumal sie alle überaus sympathisch und locker präsentiert wurden. Toll war auch, dass es an jeder Station neben dem „puren“ Produkt jeweils noch eine leckere Fingerfood-Variante zu probieren gab. Und, Überraschung – hier war für mich insbesondere das Fingerfood an der Schüttelbrot-Station herausragend (auch wenn alle anderen ebenfalls mega-lecker waren). Im Einzelnen probierten wir:

Gebackene Praline vom Pustertaler Käse und leicht angebratenem Lauch

Kleine gegrillte Apfelscheibe mit einer gebratenen Kalbsleber serviert

Speckmousse vom Südtiroler Speck auf knusprigem Brötchen

Regiokornbrotsuppe


Zwischen Kochtöpfen & gemütlichem Beisammensein

Im Anschluss hatten wir Gelegenheit, gemeinsam mit dem Südtiroler Koch Anton Dalvai letzte Hand an ein Drei-Gänge-Menü zu legen, an dem er und sein Assistent bereits fleißig gewerkelt hatten, während wir mit der Verkostung beschäftigt waren. Die nette Aufgabe des Teigtaschen-Füllens und –Formens blieb noch uns vorbehalten… na aber da helfen wir doch gern ;-) Im Anschluss ging es an die gedeckte Tafel, und bei stimmiger Weinbegleitung ließen wir uns das folgende Menü schmecken:

Regiokornteigtasche mit Käsefonduta gefüllt und knusprigem Speckchip

Speckorzotto mit Almkäse und angebratenen Apfelwürfeln

Südtiroler Apfelstrudel, Apfel-Crème-brûlée und Gewürztraminer-Eis


Was sich schon sooooo gut liest, hat ebenso fantastisch geschmeckt :-) Aber neben dem leckeren Essen überzeugte auch die entspannt-gemütliche Atmosphäre und die Gelegenheit, mit den Foodblogger-Kolleginnen, den Organisatoren des Abends und den Südtiroler Produkt-Botschaftern näher ins Gespräch zu kommen. So wurden viele interessante Erfahrungen und Tipps ausgetauscht und die Zeit verging wie im Flug. Mit vielen Südtiroler Produkten für Zuhause ausgestattet, machten wir uns zu später Stunde selig auf den Heimweg und waren uns einig: Dieser Abend war absolut gelungen, von vorn bis hinten stimmig organisiert und machte große Lust auf Südtirol und seine Produkte. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an die Organisatoren, dass ich dabei sein durfte!

Neben dem Ziel, den Bekanntheitsgrad der Südtiroler Produkte in Deutschland zu stärken, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung übrigens auch die Vermarktung des Genussfestivals vom 29. - 31. Mai 2015 in Bozen, das sicher eine Reise wert ist.


Mein Südtirol: Schüttelbrot-Gnocchi mit Apfel-Senf-Sauce und Speck

Aber natürlich möchte ich euch nicht nur vom leckeren Südtiroler Essen vorschwärmen, sondern habe mit den Südtiroler Produkten, die ich geschenkt bekommen habe, auch ein leckeres Gericht kreiert, mit dem ihr euch ein Stück Südtirol nach Hause holen könnt. Mein Ziel war es, möglichst alle Produkte, die ich mitnehmen durfte (Schüttelbrot, Speck, geräucherten Wacholderkäse, Apfel-Senf, Weirouge-Apfelsaft) in einem Gericht unterzubringen, was mir mit den Schüttelbrot-Gnocchi mit Apfel-Senf-Sauce und Speck gelungen ist.


Das Ergebnis hat uns sehr überzeugt: Die Schüttelbrot-Gnocchi bekommen durch den geriebenen Wacholder-Käse und das gemahlene Schüttelbrot eine schöne Würze und noch etwas zusätzlichen Biss. Die Apfel-Senf-Sauce ist schön fruchtig, wirkt zunächst auch recht süßlich, hat jedoch im Abgang eine deutlich säuerliche Note. Und zu knusprig gebratenem Speck muss ich ja wohl kaum was sagen, außer, dass er einfach die perfekte Ergänzung zu fluffigen Gnocchi und cremiger Sauce ist. Als Vegetarier kann man ihn natürlich weglassen, wobei ich im Falle dieses Gerichts leider keine wirkliche Empfehlung dazu aussprechen kann, denn uns hätte der Speck als knusprig-salziger Kontrapunkt sowohl in Hinblick auf Geschmack als auch Textur des Gerichts gefehlt. Obenauf dann noch mehr geriebener Wacholder-Käse und ein paar Lauchzwiebel-Ringe – fertig ist die Südtiroler Küche für zuhause!

Einige Empfehlungen für Ersatz-Produkte…

Natürlich ist mir bewusst, dass nicht jeder von euch mit Original Südtiroler Produkten kochen kann und sie nicht überall ohne weiteres zu bekommen sind. Auch ich bekomme in Leipzig, bis auf einige Ausnahmen (z.B. Braeburn-Äpfel, Südtiroler Speck, einige Käsesorten), die Produkte aus dem Kochworkshop nicht alle zu kaufen. Daher ein paar Empfehlungen:

Falls ihr kein Schüttelbrot bekommt, empfehle ich euch, Vollkorn-Brotchips fein zu mahlen und unter den Gnocchi-Teig zu mischen – falls ihr Kümmel- und Anis-Aroma schätzt, könnt ihr ja zusätzlich einige Kümmel- und Fenchelsamen mörsern und unter die Masse mischen.
Leckeren durchwachsenen Räucherspeck mit Schwarte solltet ihr überall bekommen, auch wenn er vielleicht nicht aus Südtirol, sondern z.B. aus dem Schwarzwald stammt.
Statt geräuchertem Wacholderkäse bietet sich ein anderer Räucherkäse, gern auch aus Italien, z.B. Scamorza, an.
Statt des Weirouge-Apfelsaftes nehmt ihr einen leckeren naturtrüben Bio-Apfelsaft (der dann leider keine rote Farbe hat, aber das ist für die Sauce unerheblich) und statt des Apfel-Senfs nehmt ihr einfach einen guten bayrischen süßen Senf.


Rezept
für zwei Personen

für die Gnocchi
250g Ricotta
1 Eigelb
¼ - ½ TL Salz
30g Wacholder-Räucherkäse, frisch gerieben
50g Mehl (Type 405) + etwas mehr zum Verarbeiten
30g Schüttelbrot, fein gemahlen

für die Sauce
1 EL Olivenöl
1 Schalotte
175 ml Apfelsaft
50 ml milder Weißweinessig
50g Crème fraîche
100g kalte Butter
1 großer EL Apfel-Senf
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Zucker oder Honig

außerdem
einige dünn geschnittene Scheiben durchwachsener Räucherspeck
Wacholder-Räucherkäse, zum Servieren
Lauchzwiebelringe, zum Servieren

Zunächst um die Apfel-Senf-Sauce kümmern: Schalotte schälen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Schalotte darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Apfelsaft und Essig zugießen, aufkochen und ca. 10 Min. kochen lassen. Crème fraîche zugeben und erhitzen. Butter nach und nach in kleinen Stückchen zugeben und aufkochen lassen. Dann den Senf einrühren und die Sauce mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker oder Honig abschmecken.

Dann wenden wir uns den Gnocchi zu: Ricotta in eine Schüssel geben (ggf. in der Dose enthaltene Flüssigkeit vorher abgießen), Eigelb, Salz und Käse zugeben und alles gut verrühren. Dann das Mehl und das Schüttelbrot zugeben und nur solange rühren, bis sich alles zu einem glatten Teig verbunden hat. Der Teig ist jetzt wahrscheinlich noch recht klebrig, man sollte jedoch nach Möglichkeit nicht noch mehr Mehl zugeben, damit die Gnocchi schön fluffig werden.

Ein großes Holzbrett mit Mehl bestäuben. Mit einem Esslöffel nach und nach Teig auf das Brett geben, diesen und die Hände mit Mehl bestäuben und den Teig zu einer fingerdicken Rolle formen. Anschließend die Rolle in kleine Stücke schneiden (dabei die Messerklinge ebenfalls mit Mehl bestäuben) und die fertig geformten Gnocchi auf einem mit Backpapier belegten Backblech ablegen.

In einem großen Topf Salzwasser aufkochen. Dann die Hitze so reduzieren, dass das Wasser nur noch sehr leicht köchelt. Die Gnocchi zugeben und einmal kurz umrühren, damit die Gnocchi nicht am Boden festkleben. Dann die Gnocchi kochen lassen, bis sie oben schwimmen (dauert ca. zwei bis vier Minuten) und mit einer Schöpfkelle aus dem Topf heben.

Während das Wasser erhitzt wird und die Gnocchi köcheln, die anderen Vorbereitungen für das Essen treffen: Speckscheiben in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze knusprig braten. Käse reiben, Lauchzwiebel-Grün in Ringe schneiden, Sauce ggf. noch mal erhitzen. Sobald die Gnocchi fertig sind, diese mit der Sauce mischen, mit Speck-Scheiben garnieren und mit Käse und Lauchzwiebelringen bestreut servieren.

Quelle
eigenes Rezept

Dieser Beitrag entstand aus Inspirationen der Veranstaltung Marende-Dating am 15. Oktober 2014 in Leipzig. Für den Beitrag ist weder eine finanzielle Zuwendung geflossen, noch war die Berichterstattung Bedingung für die Teilnahme an der Veranstaltung. Grund für den Beitrag ist, dass ich Südtirol und seine Produkte schätze und diese daher gern weiterempfehlen möchte.


Samstag, 11. Oktober 2014

Möhren-Süßkartoffel-Suppe mit Hackfleisch und Feta

Suppen haben es nicht gerade leicht. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber auf meinem Blog zumindest werden Artikel über Suppenrezepte vergleichsweise wenig gelesen, bekommen selten Kommentare, und kaum einmal schreibt gar jemand begeistert, dass er ein Rezept nachgekocht hat. Dabei sind die Suppen, die ich euch hier vorstelle, natürlich allesamt Rezepte, die ich für sehr gut befunden habe und euch wärmstens ans Herz legen möchte. Aber gegen Pasta, Pizza, Flammkuchen & Co. oder gar gegen die Superstars Kuchen und Desserts können sich die eher bodenständigen und unauffälligen Suppen, quasi das Understatement aus dem Kochtopf, nur selten durchsetzen.


Dass ich euch heute dennoch mal wieder eine Suppe vorstelle, hat natürlich einen Grund, und der lautet: Sie ist einfach genial lecker! Wenn ihr also einer Suppe eine Chance geben wollt, den Sprung auf eure Nachkochliste zu schaffen, dann am besten dieser :-) Denn ich habe mein Bestes getan, um das Süppchen so aufregend wie möglich schmecken zu lassen. Gefunden hatte ich das Rezept für die Möhren-Süßkartoffel-Suppe ursprünglich in der Tagesrezepte-App von Lecker, habe aber noch kräftig am Geschmack gedreht, da mir das Rezept zwar solide, aber ein bisschen langweilig daher kam. Die erste gute Entscheidung war es, nach dem Anbraten von Zwiebel und Knoblauch einen groooooßzügigen Esslöffel meiner selbstgemachten Rogan josh-Currypaste zuzugeben und mit anzubraten, bevor dann Möhren und Süßkartoffel ein bisschen in der Gewürzpaste schmoren dürfen. Dadurch erreicht man einen so einzigartigen, würzigen und komplexen Geschmack, dass ich zum Kochen des Gemüses nur noch Wasser draufgeben musste und auf Brühepulver komplett verzichten konnte. Wenn ihr keine Rogan josh-Paste zur Hand habt, könnt ihr natürlich auch jede andere (selbstgemachte oder gekaufte) rote Currypaste verwenden, je nach Schärfegrad müsst ihr evtl. etwas anders dosieren. Und statt Currypaste geht auch eine selbstgemachte Gewürzmischung aus orientalischen und/oder indischen Gewürzen: Curry, Kurkuma, gemahlener Ingwer, Garam Masala, Zimt oder (geräuchertes) Paprikapulver sind nur einige passende Gewürze, die mir spontan einfallen...

Die zweite gute Entscheidung war es, das Hackfleisch nach dem Anbraten nicht nur mit Salz und Pfeffer, sondern auch mit ordentlich Zimt zu würzen. Ja ihr lest richtig: ORDENTLICH ZIMT ANS FLEISCH :-) Eine meiner kulinarischen Erkenntnisse der letzten 1-2 Jahre besagt, dass sich eine deutliche Zimtnote sehr gut an vielen Fleischsorten macht, vor allem an Hackfleisch und besonders natürlich in orientalischen und indischen Gerichten. Und die dritte gute Entscheidung war es, noch so einige Krümel Feta zum Hackfleisch zu werfen und das Ganze anschließend in die Suppe zu streuen. So ist aus dem etwas faden Süppchen eine echte Aroma-Bombe geworden, die mit ihrer leuchtend-orangen Farbe und den vielen wärmenden Gewürzen perfekt in den Herbst passt.

Rezept
für 3-4 Portionen

2 EL Sonnenblumenöl
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 großer EL Rogan josh-Paste (oder andere rote Currypaste oder Gewürzmischung)
2 Möhren
2 Süßkartoffeln (insgesamt ca. 500g)
evtl. 1 EL Gemüsebrühpulver
Salz, Pfeffer aus der Mühle
200g Hackfleisch vom Rind
3 Lauchzwiebeln
Zimt
100g Feta 

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Möhren und Süßkartoffeln schälen und in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden. 1 EL Sonnenblumenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch zugeben und bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Rogan josh-Paste zugeben und 2-3 Min. mitbraten. Dann die Gemüsewürfel zugeben und ebenfalls ca. 2-3 Min. braten.

Einen Liter Wasser zugießen und nun die "Brühe" probieren. Je nachdem, wie würzig die Paste bzw. Gewürzmischung ist, die ihr verwendet habt, könnt ihr entweder auf Gemüsebrühpulver verzichten oder müsst ein Löffelchen zugeben. Dann alles zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 15 Min. köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.

In der Zwischenzeit Lauchzwiebeln waschen, putzen und in Ringe schneiden. In einer Pfanne den anderen EL Sonnenblumenöl erhitzen und das Hackfleisch darin ca. 5 Min. krümelig braten. Dabei die Hitze hoch stellen, damit keine Flüssigkeit austritt und das Fleisch auch wirklich brät und nicht eher kocht, aber auch regelmäßig rühren, damit nichts anbrennt. Dann die Lauchzwiebeln zugeben und kurz mitbraten. Pfanne vom Herd nehmen, Feta zerkrümeln und zugeben. Die Mischung ordentlich mit Salz, Pfeffer und Zimt würzen.

Derweile sollte das Gemüse weich gekocht sein. Nun die Suppe pürieren, mit Salz und evtl. Pfeffer abschmecken (letzteres war bei mir nicht notwendig, da die Currypaste würzig genug war) und mit Hackfleisch, Lauchzwiebeln und Feta als Einlage servieren.

Quelle
abgewandelt nach der Lecker Tagesrezepte-App

Montag, 6. Oktober 2014

Birnen-Amaretto-Kuchen mit Streuseln

Lacht ihr mich alle aus, wenn ich euch berichte, dass ich vor drei Tagen das erste Mal ein Rezept von Yotam Ottolenghi ausprobiert habe? Ja ich muss zugeben, was Food-Trends angeht, bin ich manchmal echt nicht die Schnellste - während sich so gut wie jeder schon seit Jahren quer durch die Ottolenghi-Kochbücher kocht, hab ich zwar auch eins im Schrank stehen (aber tatsächlich nur eins), doch es hat vom Kochbuch-Kauf bis zum Ausprobieren des ersten Rezepts noch mal weit über ein Jahr gedauert. Warum? Keine Ahnung... Mal keine Zeit, mal keine Lust auf aufwendige Küche, mal einfach vergessen. Na ja, wie auch immer, am Freitag war es soweit und ich habe den Birnen-Amaretto-Kuchen mit Streuseln aus "Das Kochbuch" ausprobiert.


Tja, was soll ich sagen? Wie das so ist mit Food-Trends, häufig ist was dran - so offenbar auch an den Rezepten von Herrn Ottolenghi, also zumindest vom Backen scheint er schon mal was zu verstehen ;-) Im Buch steht: "Wir vermuten, Gott hatte diesen Kuchen im Hinterkopf, als er den Tee erfand. Denn er passt perfekt zu einer Tasse Tee am späten Nachmittag - er spendet Trost, Wärme und Zuversicht." Nun brauchte ich zwar weder Trost noch Wärme, aber einen schönen Herbstkuchen, den ich am Wochenende zu einem herbstlichen Buffet bei meinen Eltern beisteuern konnte. Und hierfür eignete er sich wirklich perfekt - mit in Amaretto marinierten Äpfeln und Birnen, Walnüssen, Zimt und einem kleinen bisschen Lebkuchengewürz passt er perfekt in den goldenen Oktober und lässt sogar ein paar erste, wenn auch ganz dezente, Aromen der Weihnachtszeit spüren.

Der Kuchen ist einfach zu machen und nicht allzu aufwendig, bis alle Zutaten in der Form waren vergingen bei mir ca. 40 Minuten. Durch die Früchte wird er richtig schön fluffig und saftig, von trockenem Rührkuchen auch nach drei Tagen keine Spur (dann war er aber alle ^^). Schön aromatisch schmeckt er durch Amaretto und die Gewürze, und zu knusprig-buttrigen Streuseln obendrauf muss ich ja wohl nicht mehr viel sagen, oder? Also, wenn ihr einen schönen Herbstkuchen sucht, der sich auch gut auf einen Spaziergang an einem sonnigen Herbstsonntag mitnehmen lässt, ist dies hier euer Rezept :-)

Rezept
für eine große Kastenform (25 cm Länge)

Butter zum Einfetten der Form
Semmelbrösel zum Ausstreuen der Form
100g geschälter Apfel (bei mir 1 Stück, etwa Boskop)
150g geschälte Birne (bei mir 1 Stück)
30g Walnusskerne
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
2 EL Amaretto
210g Mehl (Type 405)
3/4 TL Backpulver
3/4 TL gemahlener Zimt
1/3 TL gemahlene Gewürznelken (bei mir: Lebkuchengewürz)
45g gemahlene Mandeln
3 Eier
180 ml Sonnenblumenöl
230g Zucker
1/3 TL Salz

für die Streusel
100g Mehl (Type 405)
30g Zucker
60g kalte Butter  

Den Backofen auf 170 Grad vorheizen. Die Kastenform mit Butter einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Apfel und Birne schälen, in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden und diese in eine Schüssel geben. Walnüsse in grobe Stücke brechen und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie zu duften beginnen. Walnüsse, abgeriebene Zitronenschale und Amaretto zum Obst geben und alles vermischen. Mehl, Backpulver, Zimt und Nelken (oder Lebkuchengewürz) zusammen in eine zweite Schüssel geben und die gemahlenen Mandeln unterrühren.

Zwei Eier trennen und die Eiweiße beiseitestellen. Die Eigelbe mit dem dritten Ei verquirlen. Öl und Zucker in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät (oder von Hand) 1 Min. lang schaumig rühren. Bei niedriger Geschwindigkeit langsam die mit dem Ei verquirlten Eigelbe zugeben. Die trockenen Zutaten hinzugeben und unterrühren, anschließend die Obstmischung.

Die Eiweiße mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlagen und vorsichtig unter den Teig heben, dabei keinesfalls zu stark rühren. Die Kuchenmasse in die Kastenform füllen und nun noch die Streusel zubereiten. Dafür Mehl und Zucker in eine Schüssel geben, die kalte Butter in kleine Würfel schneiden und ebenfalls zugeben. Dann alles mit den Fingern verkneten, bis sich Streusel formen und keine Butterstückchen mehr zu sehen sind. Die Streusel auf dem Kuchen verteilen.

Den Kuchen im vorgeheizten Ofen ca. 50-60 Minuten backen, bis an einem in die Mitte gestochenen Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt. Sollte der Kuchen außen schon schön gebräunt, aber innen noch nicht durchgebacken sein, mit Alufolie abdecken (war bei mir aber nicht nötig). Kuchen aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und aus der Form nehmen.

Quelle
Yotam Ottolenghi: Das Kochbuch

Freitag, 3. Oktober 2014

Rote-Bete-Salat mit Granatapfel, Walnüssen und Feta

Ziemlich genau fünf Monate ist mein letzter Blogbeitrag nun her und es fühlt sich ehrlich gesagt ein wenig ungewohnt an, mal wieder hier zu schreiben. In den letzten Monaten war wenig Zeit oder es waren andere Dinge wichtiger, ich war viel unterwegs und verschob das Schreiben eines neuen Beitrags erst immer wieder mit dem Gedanken "Ach, das machst Du dann einfach nächstes Wochenende...". Irgendwann war soviel Zeit vergangen, dass die übliche Routine einfach weg war und die Gedanken eher grundsätzlicher wurden. Habe ich noch genug Zeit und Motivation, um den Blog weiterzuführen? Braucht es überhaupt noch einen weiteren Foodblog, es gibt doch schon so viele? Was kann ich da schon noch Neues beitragen? Tja, und irgendwann hatte ich über die ganze Grübelei hinweg den Blog dann erfolgreich fast ganz verdrängt. Aber solche Phasen sind vielleicht auch normal, wenn man ein Hobby über eine längere Zeit betreibt, und mein Blog ist im letzten Sommer quasi völlig unbemerkt ja auch schon 4 Jahre alt geworden.

Aber lange Rede, kurzer Sinn: So richtig in Ruhe gelassen hat mich der Gedanke an meinen bescheidenen kleinen Blog dann doch nicht und es tat mir schon leid, ihn so einfach sang- und klanglos "verhungern" zu lassen. Deswegen bin ich nun wieder hier und mache weiter, mal sehen in welcher Regelmäßigkeit ;-) Und zur Feier meiner Rückkehr habe ich heute einen leckeren und sehr farbenfrohen Salat für euch - mit allem, was pink ist, kriegt man mich einfach immer :-)


Das Rezept ist als Verwertungsidee für ein Paket vorgegarte und vakuumierte Rote Bete entstanden, die wohl ursprünglich mal anderweitig verplant gewesen waren, dann aber nicht zum Einsatz gekommen sind. Bei der Suche, was ich mit ihnen denn anfangen könnte, stieß ich in der Tagesrezepte-App von Lecker! auf einen Rote-Bete-Salat mit Granatapfel. Die Idee gefiel mir, allerdings klang der Salat, mit Verlaub, doch ein bisschen langweilig, denn außer den beiden Hauptzutaten kamen im Wesentlichen nur noch Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer zum Einsatz. Das ist nett, aber ausbaufähig, weswegen ich das Dressing noch um Honig und eine gute Prise Ras-el-hanout bereichert habe und sich zu den Salatzutaten noch Minze, Walnüsse und Feta gesellten. Denn wir erinnern uns: Rote Bete, Minze und Feta sind ein Traum-Trio, wie ich schon mal hier festgestellt hatte :-)

Auch heute hat mir die Kombination ausgezeichnet geschmeckt, die unterschiedlichen Aromen und Texturen harmonieren ausgezeichnet. Würde ich jederzeit wieder so machen!

Weitere Ideen mit Roter Bete:

Rote-Bete-Carpaccio mit gebackenem Feta und karamellisierten Pinienkernen
Rote-Bete-Salat mit Datteln und Feta
Rote-Bete-Taboulé mit Linsen und Feta

Und irgendwann koche ich dann auch mal was mit Roter Bete und ohne Feta ;-)

Da ich häufiger höre, dass Leute zwar gerne mir Roter Bete oder Granatapfel kochen würden, es aber nicht tun, weil sie es leid sind, danach in der ganzen Küche rote Spritzer vorzufinden oder verfärbte Hände zu haben, habe ich noch einige Tipps für euch, die sich bei mir bewährt haben:

1) Sowohl Rote Bete als auch Granatäpfel schneide ich immer auf einem mit Backpapier belegten Backblech, dann gibt es kein Risiko, dass sich Schneidebretter verfärben.

2) Beim Schneiden von Roter Bete unbedingt immer Gummihandschuhe tragen, da sich die Hände sonst ggf. stark und langanhaltend verfärben.

3) Um einen Granatapfel ganz leicht und sauber auszupulen, diesen zunächst einige Male auf der Arbeitsfläche hin und her rollen, damit die inneren Segmente "brechen" (das hört man auch ganz deutlich). Dann den Granatapfel vierteln (auf dem mit Backpapier belegten Backblech), eine Schüssel mit Wasser füllen und unter Wasser aus den Vierteln die Kerne pulen. So kann nichts spritzen, die Kerne sinken zum Boden der Schüssel und die Häutchen schwimmen obenauf. Diese könnt ihr dann einfach mit einer Schaumkelle oder einem kleinen Teesieb herausfischen, dann den Rest durch ein Sieb gießen und fertig ist euer perfekt gepulter Granatapfel :-) (Und nein, so ein Genie bin ich nicht selbst, die Methode stammt von Jamie Oliver ;-))


Rezept
für eine Person zum Sattessen

1 Packung vorgegarte vakuumierte Rote Bete (500g)
1 Granatapfel
einige Minzblätter
Saft von 1/2 Zitrone
1 EL Honig
Salz, Pfeffer aus der Mühle
eine großzügige Prise Ras-el-hanout
4 EL Olivenöl
eine Handvoll Walnüsse
100g Feta

Rote Bete und Granatapfel wie oben beschrieben schneiden bzw. auspulen und in eine Schüssel geben. Minzblätter waschen, trocken schütteln und fein schneiden, zu den beiden anderen Zutaten geben und alles vermischen. Für das Dressing Zitronensaft, Honig und die Gewürze verrühren, dann das Öl zugeben und mit dem Schneebesen unterschlagen, bis ein cremiges Dressing entstanden ist. Über den Salat geben und vermischen.

Den Salat auf einer Platte anrichten. Walnüsse grob hacken und darüber streuen. Feta zunächst in Streifen schneiden, diese zerkrümeln und ebenfalls darüber streuen*. Und schon kann serviert werden :-)

* Natürlich kann man Walnüsse und Feta auch einfach untermischen, da der Feta beim Vermischen mit der Roten Bete jedoch eine eher unschöne schmutzig-rosa Farbe annimmt, ist das optisch eher nicht zu empfehlen, das Auge isst mit ;-)

Quelle
eigenes Rezept 

Sonntag, 4. Mai 2014

Glasnudelsalat mit Teriyaki-Hackfleisch

*staubwegpust* Schande über mein Haupt, nun ist es tatsächlich fünf Wochen her, dass ich hier das letzte Rezept gepostet habe. Ich glaube, so eine lange "Schaffenspause" gab es in den nahezu vier Jahren, die ich diesen Blog schon führe, noch nie. Zu meiner Verteidigung habe ich vorzubringen, dass der Monat April es wirklich in jeder Hinsicht hat krachen lassen - viel Arbeit, aber auch viele tolle private Unternehmungen, viel Zeit mit Familie und Freunden, ein Urlaub... Das ergab exakt 0 Wochenenden, an denen ich zuhause war, sowie im gesamten Monat exakt 2 selbstgekochte Essen - davon 1x Pasta mit Tomatensauce und 1x Kartoffeln mit Quark. Hmmm, und wo nicht gekocht wird, da kann man auch schwerlich über etwas bloggen... Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, hab ich meine Küche und meinen üblichen Trubel am Herd aber doch ganz schön vermisst, so dass ich nun, wo es gerade wieder etwas ruhiger zugeht, die Zeit nutze, um zu kochen und zu backen, was das Zeug hält :-)


Aber nun genug der vielen Worte und endlich mal wieder zu einem Rezept! Noch vor Beginn der kreativen Auszeit, nämlich Ende März, habe ich dieses schöne Gericht aus der Lecker! ausprobiert. Erst war ich ein bisschen skeptisch, da ich in der Vergangenheit schon paar Mal Glasnudelsalate, die mich nicht sehr überzeugt hatten, sowohl selbst gekocht als auch auswärts gegessen hatte. Bei diesem stimmt aber für mich wirklich alles: Das Verhältnis zwischen Glasnudeln und den übrigen Zutaten ist optimal, das Hackfleisch sehr lecker gewürzt mit der Teriyaki-Sauce, und das frische Salat-Dressing mit Ingwer, Limette und Sesamöl hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Würde ich es noch mal kochen, könnte ich mir noch ein paar grob gehackte Erdnüsse zum Bestreuen sehr gut vorstellen. In jedem Fall aber Daumen hoch für diesen leckeren Salat!

Rezept
für vier Personen

4 Knoblauchzehen
2 EL Öl
500g Rinderhackfleisch
5 EL Teriyakisauce
Salz, Pfeffer, Zucker
125g Glasnudeln
1 rote Paprika
1 Bund Lauchzwiebeln
1 Bund Koriander (habe ich weggelassen)
1 rote Chilischote
1 Stück (ca. 20g) Ingwer
1 Limette
4-5 EL Sojasauce
3 EL Sesamöl
ggf. geröstete Erdnüsse zum Bestreuen

Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen. Hackfleisch darin bei mitterer Hitze ca. 6 Minuten krümelig braten. Knoblauch kurz mitbraten. Teriyakisauce unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Glasnudeln mit kochendem Wasser übergießen und ca. 5 Min. quellen lassen. Abgießen, gut abtropfen lassen und mit einer Schere kleiner schneiden. Paprika putzen, waschen und in feine Streifen schneiden. Lauchzwiebeln putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Koriander waschen, trocken schütteln und die Blättchen von den Stielen zupfen.

Für das Dressing Chili putzen, waschen und mit den Kernen in feine Ringe schneiden. Ingwer schälen und ganz fein schneiden oder reiben. Limette auspressen. Limettensaft, Sojasauce, Chili, Ingwer und 2-3 Zucker verrühren. Sesamöl darunterschlagen.

Hackfleisch, Nudeln, Paprika, Lauchzwiebeln, Koriander und Dressing mischen. Den Salat mind. 30 Min. ziehen lassen und dann, ggf. mit gerösteten Erdnüssen bestreut, servieren.

Quelle
Lecker! April 2014

Sonntag, 30. März 2014

Die perfekten Zimtschnecken

Vielleicht denkt ihr "Jetzt übertreibt sie aber etwas, für sich zu reklamieren, dass etwas perfekt ist, ist doch bisschen zuviel des Guten"... In dem Fall kommt diese Aussage aber ursprünglich gar nicht von mir, sondern von Ann-Katrin, von deren Blog ich das Zimtschnecken-Rezept habe und die die Schneckchen als die "weltbesten Cinnamon Rolls" bezeichnet. Wie ich finde, absolut zurecht, denn von diesem Rezept waren wir wirklich hin und weg :-) Eine Freundin, für deren Geburtstags-Kuchenbuffet ich am letzten Wochenende etwas beisteuern sollte, wünschte sich Zimtschnecken von mir. Und das nicht ohne Grund, denn vor einigen Jahren, als besagte Freundin gerade für längere Zeit in Spanien weilte und unheimlichen Appetit auf Zimtschnecken hatte, hatte ich ihr welche gebacken und auf die lange Reise geschickt - daran hatte sie sich erinnert und wollte nun gern wieder welche haben. Ich hatte allerdings seitdem keine Zimtschnecken mehr gebacken und wusste auch gar nicht mehr, welches Rezept ich damals benutzt hatte - daher musste etwas Neues probiert werden, und so kam das Rezept von Ann-Katrin ins Spiel :-)


Der Hefeteig ist super geworden, war herrlich fluffig und ist nahezu gigantisch aufgegangen. So lecker es auch ist - Notiz an mich: Zuviel rohen Hefeteig essen ist keine gute Idee ;-) Schon wenn der Hefeteig mit flüssiger Butter bestrichen und mit Zucker und Zimt bestreut wird, breitet sich ein Duft in der Küche aus, der einfach unbeschreiblich toll ist. Und die fertigen Schnecken sind einfach ein Traum: So unheimlich saftig, fluffig, buttrig, zimtig, dass man in seinem Leben am besten nie wieder etwas anderes essen will... Ann-Katrin empfiehlt dazu ein Frischkäse-Frosting, für welches ihr das Rezept unten findet; da ich vergessen hatte, Frischkäse zu kaufen, habe ich einfach eine Glasur aus Puderzucker und Milch angerührt. Natürlich kann man die Glasur auch weglassen, ich habe sie vor allem deshalb verwendet, da ich die Zimtschnecken bereits am Vortag der Feier backen musste und Angst hatte, dass sie bis zur Feier trocken werden könnten. Mit der Glasur und in einer Blechdose auf ihren Einsatz wartend waren sie aber wunderbar saftig. Auch Rosinen kann man gut in die Zimtschnecken wickeln - das habe ich aber nicht ausprobiert, da ich nicht wusste, ob alle Geburtstagsgäste Rosinen mögen.

Hier kann ich auf jeden Fall eine dicke Nachmach-Empfehlung geben! :-)

Rezept
für 10 Stück

Hefeteig
200 ml Milch
50g Butter
500g Mehl
½ Tl Salz
70g Zucker
1 Ei
1 Pck. frische Hefe

Füllung
50g flüssige Butter
130g brauner Zucker
2 TL Zimt

Cream Cheese Frosting
100g Frischkäse
30g Butter
100g gesiebter Puderzucker
evtl. Etwas Vanillearoma oder echte Vanille

Milch und Butter kurz erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Zunächst 450g Mehl, Salz, Zucker und Ei in eine Schüssel geben. Eine Mulde in das Mehl drücken und die Hefe hineinbröseln. Die Mich hineingießen und alles von der Mulde aus nach außen zu einem glatten Teig verkneten. Wenn der Teig noch zu klebrig ist, nach und nach nur so viel Mehl hinzugeben, bis er sich gut verarbeiten lässt. Zugedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.

Den Teig rechteckig ausrollen und mit dem Gemisch aus flüssiger Butter, Zucker und Zimt bestreichen, keinen Rand lassen. Von der langen Seite her aufrollen und in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Mit der Schnittfläche nach unten in eine gefettete Form (z.B. eine Auflaufform oder Springform) setzen und zugedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Alle Zutaten für die Glasur verrühren. Wenn sie etwas zu dicklich erscheint, ein wenig Milch hinzugeben - sie sollte aber auf keinen Fall zu flüssig werden. Die Rollen bei 180°C ca. 15-20 Min. backen. Die Glasur auf den warmen Rollen verteilen und servieren.

Quelle
Penne im Topf